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Crowdsourcing in der Schweiz

Crowdsourcing in der SchweizCrowdsourcing in der Schweiz steckt noch in den Kinderschuhen. Das St. Galler Tagblatt (meine lokale Zeitung) greift das Thema von Zeit zu Zeit auf und berichtet von neuen Entwicklungen in der Szene. Im Mai 2012 wurde beispielsweise Duolingo vorgestellt, eine Webseite, auf der man auf innovative Art gratis eine Fremdsprache lernen kann und gleichzeitig mithilft, Texte für Webseiten zu übersetzen. Ich persönlich habe Duolingo in der Betaphase getestet und werfe bei jedem Update wieder einen Blick auf die Seite  – gerade auch, weil diese seit einiger Zeit auch als mobile App für iPhone und Android zur Verfügung steht.

Im März 2012 wurde das Thema Crowdsourcing für die Wissenschaft im Tagblatt behandelt. Juliane Leopold erläuterte, wie über eine Android-Applikation das menschliche Verhalten aufgezeichnet und an Forscher des MIT übermittelt werden kann. Die Crowd ersetzt also in diesem Beispiel das Laborexperiment, was für die Forscher extrem effizient und kostengünstig ist. Mit Crowdsourcing in der Schweiz hatte auch dieser Artikel nichts zu tun. Auch Forschungs- und Entwicklungsplattformen wie Innocentive, die mithilfe von Crowdsourcing reale Probleme lösen, wurden nicht erwähnt.

Crowdsourcing in der Schweiz

Ein Artikel von Sabrina Dünnenberger vom September 2013 berichtet zum ersten Mal über Crowdsourcing in der Schweiz. Der Artikel handelt von der am schnellsten wachsenden Design-Plattform 99designs aus Melbourne, die seit Kurzem auch über ihre .ch Domain crowdgesourcte Designs explizit an das Schweizer Publikum vermarktet.

Zu meiner Freude wurde Crowdsourcing in diesem Artikel nach dem Verständnis des Schweizer Crowdsourcing Blogs definiert. Kein Wunder: 99desings ist eine der führenden FSS-Plattformen weltweit. Leider ist diese Definition in der Online-Ausgabe des Tagblatts nicht zugänglich.

Zukunft

Der Artikel im Tagblatt könnte der Startschuss für das Bekanntwerden von Crowdsourcing in der Schweiz sein. Bis jetzt machen hauptsächlich Start-ups ohne nennenswerte finanzielle Unterstützung von Crowdsourcing Plattformen Gebrauch. Wenn sich die „grossen“ Plattformen jedoch global ausbreiten und auch auf lokale Gegebenheiten eingehen (vgl. die .ch Domain und die übersetzte Seite), werden Schweizer KMUs dem Trend hoffentlich folgen. Die Vorteile liegen ja schliesslich klar auf der Hand.

 

Autor: Jérôme Schwarzkopf, St. Gallen

Erfahrungsbericht eines Textbrokers (Textbroker.de)

Textbroker Logo

Einleitung

Zu Testzwecken habe ich auf einigen Texterstellungsseiten Texte verfassen lassen(siehe Erfahrungsbericht eines Content.de Autors). Ein von mir vorgegebenes Thema sind Erfahrungsberichte von Autoren mit folgenden Spezifikationen:

Auftragstitel:                  Erfahrungsbericht eines Textbrokers
Qualitätsniveau:             4 Sterne (1.9 ct/Wort)
Bearbeitungszeit:           2 Tage
Anzahl Worte:                Min.: 250 Max.: 350 Tatsächlich: 398
Keyworddichte:              1-1.5% (Keywörter sind 1. Erfahrung und 2. Content.de)

Gesamtkosten:             6.95 Euro

Der folgende Erfahrungsbericht des Textbrokers zeigt, dass negative Einstellungen und Meinungen zum Thema Crowdsourcing auf FSS-Plattformen oft von Personen stammen, die nur für sehr kurze Zeit auf der Seite aktiv waren:

Erfahrungsbericht eines Textbrokers

Liest man Erfahrungsberichte in einschlägigen Foren, fällt oft eine sehr kritische Haltung gegenüber textbroker.de auf. Allerdings stammen diese Kommentare meistens von Leuten, die nur sehr kurze Zeit Texte verfasst haben und keine nennenswerte Textbroker Erfahrung haben. Dies beginnt mit der Einstufung, denn bei jedem neuen Autor wird anhand eines Probetextes festgelegt, in welcher Qualitätsstufe er Texte schreiben kann. Die Bezahlung unterscheidet sich dementsprechend zum Teil erheblich. Ich wurde zu Beginn bereits mit Stufe 4 bewertet (Stufe 5 wird nur an professionelle Schreiber mit journalistischer Qualität vergeben) und hatte keine Schwierigkeiten, das Niveau zu halten. Im Gegenteil: Inzwischen wurde ich auf Stufe 5 aufgewertet und kann seitdem auch die hoch lukrativen Texte dieser Kategorie übernehmen. Der Qualitätsanspruch von Textbroker ist aber entsprechend hoch – und daran scheitern viele von denen, die sich kritisch über das Portal äußern.

Geduld zahlt sich aus

Einer der Vorteile von Textbroker ist, dass du ohne große Formalitäten sofort loslegen kannst. Außerdem gibt es bei keinem anderen Portal eine so große Auswahl an Aufträgen. Natürlich gibt es auch Zeiten, zu denen du keine geeigneten Texte findest, doch bei entsprechenden Fähigkeiten lassen sich ohne großen Aufwand nebenher einige Hundert Euro im Monat hinzu verdienen. Da neben der reinen Schreibarbeit auch Rechercheaufwand anfällt, konzentrierst du dich am besten auf die Themen, mit denen du dich bereits auskennst. Liefert man gute Arbeit ab, kommen früher oder später auch Direct Orders, die häufig Folgeaufträge nach sich ziehen. Die Nachteile von Textbroker liegen in erster Linie bei den Auftraggebern. So mangelt es offenbar häufig an der Fähigkeit, Vorstellungen in klare Anweisungen zu fassen. Manchmal sind die Ansprüche auch schlicht überzogen, wenn beispielsweise in einen Text von 200 Wörtern Länge über 80 Keywords eingebaut werden sollen. Als Autor lernst du aber recht schnell, die Aufträge entsprechend zu filtern. Stark verbessert wurde inzwischen die Suchmaske für die Auftragsliste, die früher mühsam durchsucht werden musste. Auszahlungen können inzwischen wöchentlich angefordert werden; dies war früher nur monatlich möglich. Die Kommunikation mit den Kunden wird auf textbroker.de vom Administrator mitgelesen, wodurch Verstöße gegen die AGB verhindert werden sollen. Allerdings erschwert diese Politik auch manchmal unnötig den Abstimmungsprozess mit Kunden.

Fazit

Wer mit Textbroker Erfahrung hat, kann bestätigen, dass es einige Geduld braucht, bis sich ein regelmäßiger Erfolg einstellt. Doch es zahlt sich aus, am Ball zu bleiben, denn viele Kunden kommen immer wieder auf gute Texter zurück. Wunder solltest du allerdings gerade zu Beginn nicht erwarten.

 

Jérôme Schwarzkopf, St. Gallen

Texte erstellen lassen über Textbroker.de – Ablauf, Preis, Qualität

Einleitung

Textbroker.de ist ein Full-Service-Service (FSS), der sich auf die Erstellung von Content spezialisiert hat. Ähnlich wie auf Content.de kann man auf Textbroker.de eine Vielzahl von Texten wie z. B. Blogeinträge, Werbetexte oder Produktbeschreibungen in Auftrag geben.

Ablauf des Auftrags

Auf Textbroker.de hat der Auftraggeber die Möglichkeit, zwischen OpenOrder, DirectOrder oder TeamOrder zu wählen. Bei einer OpenOrder bekommt der schnellste Autor der vereinbarten Qualitätsstufe den Auftrag. Eine DirectOrder wird exklusiv an einen ausgewählten Texter vergeben, dabei kann der Auftraggeber entweder auf seine eigenen Erfahrungen auf Textbroker.de zurückgreifen oder über die Suchfunktion einen spezifischen Autor auswählen. Bei einer TeamOrder können Autorenteams zusammengestellt werden, die gemeinsam den Auftrag bearbeiten.

Bei meinem persönlichen Versuch auf Textbroker.de habe ich als Auftraggeber 3 OpenOrder-Texte mit einem Qualitätsniveau von 4 Sternen (1.9 Cent/Wort) eingestellt. Der Auftraggeber füllt nun die allgemeinen Auftragsdetails aus (Grafik 1) und wählt die entsprechenden Keywörter aus (Grafik 2).

Textbroker.de Auftragsformular

Grafik 1: Textbroker.de Auftragsformular

Textbroker.de Keywords

Grafik 2: Textbroker.de Keywords

Für Texte, die im Internet veröffentlicht werden, ist speziell die oben erwähnte Eingabemaske „Keywords“ zu beachten. Hier kann der Auftraggeber festlegen, wie oft ein oder mehrere gewünschte Keyworte im Text vorkommen müssen. Achtung: im Gegensatz zu Content.de gibt Textbroker.de die Anzahl der Keyworte nicht in Prozent, sondern in der Anzahl der Wiederholungen an. Man sollte die Anzahl nicht zu hoch ansetzen, da sich dies negativ auf die Lesbarkeit des fertigen Textes auswirken kann. Als Grundregel (SEO by Yoast) gilt eine Keywortdichte von einem Prozent als angemessen. Bei einer Textlänge von 350-400 Worten sollte der Auftraggeber also 3-4 Wiederholungen des Keyworts vorgeben.

Als letzte Schritte werden in einem Autorenbriefing die Details bezüglich Inhalt und Aufbau sowie der Tonalität des Textes festgelegt. Hier steht es dem Auftraggeber frei, wie er die Vorgaben ausgestaltet.

Bezahlung und Bearbeitung

Das Benutzerkonto auf Textbroker.de kann entweder per Banküberweisung oder über PayPal geführt werden. Der Mindestbetrag pro Kontoaufladung über PayPal beträgt 25 Euro, bei einer Banküberweisung können bereits Beträge ab 10 Euro einbezahlt werden. Erst nach dem Hinterlegen eines Betrages ab 10 Euro kann der Auftraggeber Textaufträge einstellen.

Die wählbare Bearbeitungszeit, die ein Autor für die Erledigung eines Auftrags zur Verfügung hat, beträgt mindestens einen Tag. Sollte der Autor innerhalb der vereinbarten Zeit den Text nicht einreichen, wird dieser wieder für andere Autoren freigegeben.

Qualität auf Textbroker.de

Textbroker.de benützt (wie auch Content.de) ein Sterneprinzip zur Bewertung der Schreibqualität der Autoren. Insgesamt gibt es vier unterschiedliche Qualitätsstufen, aus denen der Auftraggeber auswählen kann. Ein Text mit 2-Sterne-Qualität enthält laut Textbroker.de orthografische und grammatikalische Fehler. 5-Sterne-Texte hingegen sollen professionelle, stilistisch ansprechende Texte von journalistischer Qualität sein. Dies schlägt sich natürlich im Preis nieder:

Qualitätsrechner Textbroker.de

 

  • 2 Sterne Qualität:           1.3 ct/Wort
  • 3 Sterne Qualität:           1.7 ct/Wort
  • 4 Sterne Qualität:           2.2 ct/Wort
  • 5 Sterne Qualität:           6.5 ct/Wort

Zusätzlich fällt pro Text eine Bearbeitungspauschale von 30 Cent an.

Fazit

Wie bereits auf Content.de habe ich zu Testzwecken auf Textbroker.de einige Aufträge in der 4-Sterne-Qualität ausführen lassen, ohne den Autoren sehr spezifische Vorgaben zu machen. Die Anzahl der Texte ist für eine abschliessende Bewertung viel zu niedrig, trotzdem lässt sich sagen, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis ohne Zweifel positiv ist. Hätte ich die höhere Qualitätsstufe ausgewählt, wäre die Publizierbarkeit sicherlich noch gesteigert worden.

Ein Lesebeispiel gibt es im Blogpost „Erfahrungsbericht eines Textbroker.de Autors“.

 

Jérôme Schwarzkopf, St. Gallen

Gengo.com: Übersetzungen im Test

Über Gengo.com

Nachdem wir auf dem Schweizer Crowdsourcing Blog zwei deutsche Crowdsourcing Services zur Texterstellung vorgestellt haben (Content.de und Textbroker.de), wird nun die wohl bekannteste Crowd Plattform für Übersetzungen – Gengo.com (früher mygengo.com) – getestet.
Gengo.com ist eine 2008 in Japan gegründete Übersetzungsplattform, die auf einen Pool von über 2.500 Übersetzerinnen und Übersetzer zugreifen kann. Auftraggeber können ihre deutschen Texte auf Englisch, Spanisch, Holländisch und Polnisch übersetzen lassen. Englische Texte lassen sich in über dreissig Sprachen übertragen.

Auch wenn die Anzahl der Zielsprachen für deutsche Inhalte nicht überwältigend ist, bietet Gengo.com doch einige Vorteile, die vergleichbare Seiten nicht aufweisen:

Laut eigenen Angaben werden nur ca. 10% aller potenziellen Übersetzer von der Seite aufgenommen, die Restlichen scheitern an den Aufnahmetests. 91% aller Aufgaben werden innerhalb von 24 Stunden fertiggestellt (Gengo.com, 2013). Der kurze Probeversuch des Autors dieses Blogartikels war gar in unter zwei Stunden vollständig auf dem Benutzerkonto. Einen weiteren Vorteil von Gengo.com bietet die Möglichkeit, verschiedene Qualitätsniveaus mit unterschiedlichen Preisen auszuwählen. So kostet die für eine Vielzahl von möglichen Projekten ausreichende Standardqualität etwa 0.05 Euro pro Wort. Die „Ultraversion“ schlägt mit 0.14 Euro pro Wort zu Buche und sollte für Plakate und andere Marketingmittel und halbtechnische Dokumentationen genügen (Gengo.com, 2013). Der wohl grösste Vorteil gegenüber anderen Übersetzungs-FSS und herkömmlichen Übersetzungsagenturen ist die Einfachheit der Bedienung. Der administrative Aufwand wird mit Hilfe einer minimalistischen Eingabemaske so gering wie möglich gehalten. Ist der Auftraggeber auf Gengo.com angemeldet, kann er den zu übersetzenden Text entweder per Copy-Paste einfügen oder gleich das Dokument hochladen und spezielle Anweisungen erteilen.

Gengo.com Auftragsfeld

Um den Auftrag an die Crowd übergeben zu können, braucht der Arbeitgeber nur noch ein Qualitätsniveau festzulegen und die Ausgangssprache bzw. die Zielsprache auszuwählen. Danach muss das Benutzerkonto mit dem zu bezahlenden Betrag aufgeladen werden, was über Paypal und alle gängigen Kreditkarten möglich ist.
Nach Beendigung der Übersetzungsaufgabe wird der Text im Benutzerkonto zur Annahme angezeigt. Bewerten kann man den Translator nicht. Es gibt jedoch eine Möglichkeit, die es dem Auftraggeber erlaubt, einzelne Freelancer als bevorzugte Übersetzer zu markieren und künftige Aufträge direkt diesen Personen zukommen zu lassen

Beispielübersetzung von Gengo.com

Um die Qualität der Übersetzungen zu prüfen, habe ich einen kleinen Text mit folgenden Spezifikationen in  Auftrag gegeben:

Wörter:                             136
Instruktion:                        Informeller Ton, Erfahrungsbericht, Teil eines Blogeintrags
Qualität:                            Standard Qualität €0.05/Wort

Gesamtkosten:                 6.80 Euro

 

Der Ausgangstext auf Deutsch sowie die englische Übersetzung:

Liest man Erfahrungsberichte in einschlägigen Foren, fällt oft eine sehr kritische Haltung gegenüber textbroker.de auf. Allerdings stammen diese Kommentare meistens von Leuten, die nur sehr kurze Zeit Texte verfasst haben und keine nennenswerte Textbroker Erfahrung haben. Dies beginnt mit der Einstufung, denn bei jedem neuen Autor wird anhand eines Probetextes festgelegt, in welcher Qualitätsstufe er Texte schreiben kann. Die Bezahlung unterscheidet sich dementsprechend zum Teil erheblich. Ich wurde zu Beginn bereits mit Stufe 4 bewertet (Stufe 5 wird nur an professionelle Schreiber mit journalistischer Qualität vergeben) und hatte keine Schwierigkeiten, das Niveau zu halten. Im Gegenteil: Inzwischen wurde ich auf Stufe 5 aufgewertet und kann seitdem auch die hoch lukrativen Texte dieser Kategorie übernehmen. Der Qualitätsanspruch von Textbroker ist aber entsprechend hoch – und daran scheitern viele von denen, die sich kritisch über das Portal äußern.

 

If you read reviews in the relevant forums, you will often see people taking a very critical attitude toward textbroker.de. However, these comments mostly come from people who spent only a very short time writing texts and do not have any significant Textbroker experience. It starts with grading, since every new author will be evaluated using a sample text to determine the level of quality of their writing. Based on that there are sometimes considerable differences in payment. I started out rated at level 4 already (level 5 is only assigned to professional writers with journalistic quality) and had no difficulties maintaining that level. On the contrary, I was later upgraded to level 5, and since then I have been able to take on the highly lucrative texts in this category as well. The quality standards of Textbroker are correspondingly high, though, and that is where many of the people who are critical of the portal fail.

Fazit

Die Erstellung von Unique Content auf Seiten wie Textbroker.de ist um einiges günstiger als die Übersetzung eines bestehenden Textes (ab € 0,012/Wort gegenüber mindestens € 0,05/Wort). Allerdings dürfte die Qualität der Übersetzung um einiges höher sein als die Texterstellung an sich. Daher müsste man wahrscheinlich die höchste Qualität eine Texterstellung mit der tiefsten Qualität für Übersetzungen vergleichen (€ 0,06/Wort gegenüber € 0,05/Wort), was schlussendlich etwa auf den gleichen Betrag heraus kommt.

 

Andere Übersetzungsservices, bis jetzt nicht alle von mir getestet, sind Content.de, thebigword.com, getlocalization.com, amara.org und textmaster.com.

 

Jérôme Schwarzkopf, St. Gallen

Vorteile von Crowdsourcing

Vorteile von CrowdsourcingCrowdsourcing Services bieten einen schnellen Zugriff auf Millionen von Arbeitskräften mit den unterschiedlichsten Fähigkeiten und Erfahrungen. Auf die Crowd kann ein Arbeitgeber jederzeit zugreifen und jegliche – nicht zu seinem Kernkompetenzbereich gehörende Aufgaben – an einen professionellen Freelancer auslagern. Ein erfahrener Arbeitgeber kann seine eigene Arbeitskraft multiplizieren, indem er seine Ressourcen optimal einsetzt und einfache, zeitaufwändige Fleissarbeiten nicht selbst erledigt. Die Vorteile von Crowdsourcing lassen sich in konkreten Kategorien auflisten:

Vorteile von Crowdsourcing: Zeitersparnis

Crowdsourcing Services bieten zahlreiche Möglichkeiten zur effizienten Zeitnutzung. Einerseits wirkt sich die Vielzahl von Freelancern auf die Anzahl der Bewerbungen aus, die durch einen einfachen Auswahlprozess innerhalb weniger Stunden eintreffen können. Es ist so wesentlich leichter, den passenden Bewerber für eine spezielle Aufgabe zu finden. Andererseits gehört es zu den unschlagbaren Vorteilen von Crowdsourcing, dass umfangreiche Aufgaben, die eine Person oder ein Team langfristig beschäftigen würden, in kleine Einheiten heruntergebrochen werden können, welche nun von geeigneten Freelancern  in einem Bruchteil der Zeit übernommen und ausgeführt werden.

Die Aufträge werden in kürzester Zeit bearbeitet und die fertigen Texte sind ganz nach unseren Anforderungen geschrieben. Die Texte selber zu schreiben, würde uns sehr viel Zeit und Personalressourcen kosten, die wir effizienter einsetzen können“ (Nothegger, 2013).

Vorteile von Crowdsourcing: Qualitätssteigerung

Zu den Vorteilen von Crowdsourcing gehört auch Qualitätssteigerung. Im täglichen Geschäftsleben werden unzählige Aufgaben von Personen erledigt, die in diesen unterschiedlichen Bereichen keine Experten sind. Selbst bei der gezielten Auswahl eines neuen Mitarbeiters für solche spezifische Aufgaben kann seine Leistung bzw. Kompetenz erst nach der endgültigen Arbeitsaufnahme definitiv eingeschätzt werden. Der Vorteil von Crowdsourcing ist, – über den herkömmlichen Lebenslauf und das Portfolio hinaus – einige Bewerber testen zu können, um den qualitativ besten „Fit“ anschliessend mit der Hauptaufgabe zu beschäftigen. Als Vorselektion werden Freelancer auch oft vom Crowdservice selbst getestet und in verschiedene Qualitätsstufen eingeteilt. Crowdsourcing Services wie Textbroker.de verlangen von jedem Autor einen Probetext und weisen diesem eine von vier Qualitätsstufen zu. Dem Auftraggeber steht dann die Wahl des Bewerbers gemäss den verschiedenen Mindestqualitäten offen, die sich natürlich auch im Preis unterscheiden.

Vorteile von Crowdsourcing: Kostenersparnis

Obwohl die Vorteile von Crowdsourcing primär in Zeitersparnis und Qualitätssteigerung und nicht auf finanziellen Anreizen bestehen sollten, sind auch die Kostenvorteile, gerade wenn das Lohnniveau der Schweiz international verglichen wird (Eurostat, 2013), schwer von der Hand zu weisen. Wie Dawson und Bynghall (2011) aufzeigen, ist die Höhe der Vergütung von „Top-Talenten“ aus der westlichen Welt zwar vergleichbar mit gleichwertigen Experten aus Entwicklungsländern. Da aber nicht alle Mitarbeiter von Schweizer Firmen trotz überdurchschnittlicher Löhne in allen Belangen als aussergewöhnliche Talente bezeichnet werden können, ist zu vermuten, dass die Crowd ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis anbietet.
Nicht nur durchschnittlich niedrigere Stundensätze und geringere Rekrutierungskosten qualitativ hochwertiger Arbeitnehmer fliessen in die Kostenrechnung ein. Zusätzlich fallen auch Nebenausgaben für Festangestellte und die Kosten der Bereitstellung eines Arbeitsplatzes weg. Zur konkreten Veranschaulichung der Vorteile von Crowdsourcing im Bereich der Kosteneinsparung dient wiederum ein Beispiel aus textbroker.de. Ein Text in der oben genannten vier-Sterne-Qualität mit einer Länge von 500 Wörtern kostet 9,50 Euro. Das Entgelt des gleichen Textes in fünf-Sterne-Qualität wird dem Auftraggeber mit 30 Euro verrechnet (textbroker.de, 2013). Wer den Aufwand einer tiefgründig recherchierten und sorgfältig geschriebenen Arbeit kennt, dürfte auch bei den fünf-Sterne-Texten noch erhebliche Kostenvorteile erkennen.

 

Autor: Jérôme Schwarzkopf, St. Gallen

Erfahrungsbericht eines Content.de Autors

Logo von Content.de

Einführung

Zu Testzwecken habe ich auf einigen Texterstellungsseiten Texte verfassen lassen. Ein von mir vorgegebenes Thema sind Erfahrungsberichte von Autoren mit folgenden Spezifikationen:

Auftragstitel:                  Erfahrungsbericht Content.de
Qualitätsniveau:             4 Sterne (1.9 ct/Wort)
Bearbeitungszeit:           1 Tag
Anzahl Worte:                Min.: 350 Max.: 400
Keyworddichte:              1-1.5% (Keywörter sind 1. Erfahrung und 2. Content.de)

Gesamtkosten:              7.90 Euro

Mich interessierte in erster Linie was aktive Autoren über ihre Arbeit als Auftragnehmer denken. Es gibt unzählige negative Erfahrungsberichte von Personen die für kurze Zeit auf einer Serviceplattform wie Content.de, Textbroker.de oder Clickworker.com arbeiteten. Worte wie Sklavenarbeit oder Sweatshop sind im Internet allgegenwärtig. Entspricht dies der Realität oder lassen solche Plattformen einen respektablen Nebenverdienst zu?

Im Folgenden gibt es dazu den Erfahrungsbericht eines (anonymen) Content.de Autors:

 

“Meine Erfahrung bei Content.de

Ich bin seit ein paar Wochen bei Content.de und muss sagen, dass mir das Konzept relativ gut gefällt. Natürlich handelt es sich wie bei anderen Plattformen auch, um eine Arbeit, mit der man nebenbei ein paar Euro verdienen kann.

Das gefällt mir gut

Nach meiner Erfahrung ist die Auftragslage der Plattform sehr gut. Es gibt in der vier Sterne Kategorie ausreichend viele Aufträge. Ich kann stets aus mehreren Optionen wählen und suche wirklich ein Thema, in dem ich fit bin. Themen, die mir nicht liegen, brauche ich nicht zu schreiben. Das ist ein klarer Vorteil zum normalen Journalisten Dasein. Ich habe mich für Content.de entschieden, da ich meine Leerlaufzeiten überbrücken möchte. Einziger Nachteil ist die Bezahlung, die wie ich finde, doch etwas niedrig ist. Auftraggeber suchen zum Teil nach Profis, wo gar keine vorhanden sind und sein können. Das heißt, wenn ich mir vorstelle, dass ein blutjunger Anfänger Texte schreibt, handelt er sich negative Bewertungen ein. Den Anforderungen der Auftraggeber gerecht zu werden, ist nach meiner Erfahrung bei Content nicht ganz einfach.

Das Bewertungssystem

Zu dem Bewertungssystem der Auftraggeber kann ich nicht viel sagen, da ich es einfach nicht verstehe. Zum Teil werden Aufträge angenommen und mit sehr gut bewertet, von denen ich mir denke, dass diese etwas kompliziert geschrieben sind. Diese Texte entstehen zum Teil aufgrund des hohen Zeitdrucks und der täglichen Verfassung. Würde man mehr Zeit zum Recherchieren und Schreiben haben, würden die Texte qualitativ hochwertiger werden. Bei einem Stundenlohn von vier bis acht Euro ist dies jedoch nicht möglich. Ich versuche trotzdem täglich, mein Bestes zu geben und mich auf diese Art über Wasser zu halten.

Die Nachteile

Meine Erfahrung zeigt die Nachteile in der Qualität der Texte. Um einen gewissen Zeitraum zu überbrücken, ist Content.de sehr gut, doch auf Dauer bezweifle ich, dass Content seine Schreiberlinge halten kann – zumindest nicht die, die wirklich ihr Geld wert sind. Das ist jedoch nicht nur meine Erfahrung bei Content.de, sondern auch die bei ähnlichen Plattformen. Auf der anderen Seite sitzen keine Profis, sondern Hobbyschreiber!

Mein Fazit

Meine Erfahrung auf Content.de ist gut genug, um zu wissen, dass ich in relativ kurzer Zeit eine Stufe höher rücken muss, um meinen Lebensunterhalt auch weiterhin zu sichern. Alles andere macht dauerhaft keinen Sinn. Für Schüler, Studenten und welche die sich nebenbei etwas dazu verdienen möchten, ist Content.de eine gute Möglichkeit. Wer jedoch als Auftraggeber qualitativ hochwertige Texte erhalten möchte, muss tiefer in die Tasche greifen. Auch wenn manche Auftraggeber das nicht einsehen wollen – Qualität hat immer noch seinen Preis, auch bei Plattformen wie Content.”

 

Jérôme Schwarzkopf, St. Gallen

 

Schweizer Crowdsourcing Blog – Theorie und Praxis

Crowdsourcing Tag Cloud with the most used words

Crowdsourcing Tag Cloud

Aufbau des Blogs

Die Einträge auf dem Schweizer Crowdsourcing Blog werden grob in drei Bereiche eingeteilt:

  • Wissenschaft bzw. Theorie
  • Praxisbeispiele
  • Meinungen, Gedanken und Ideen

Was von jeder Kategorie zu erwarten ist, wird im Folgenden kurz erläutert.

Wissenschaft

In der theoretischen bzw. wissenschaftlichen Kategorie werden dem Leser Crowdsourcing-Konzepte und die Grundlagen zum Thema vermittelt. Dazu gehören Buchrezensionen der einschlägigen Werke von führenden Autoren in diesem Gebiet wie z. B. Crowdsourcing: Why the Power oft he Crowd is Driving the Future of Business“ von Jeff Howe oder The Wisdom of Crowds von James Surowiecki.

Diese Standardwerke beruhen oft auf Erkenntnissen wissenschaftlicher Experimente, durchgeführt von Forschern an Universitäten oder aus Forschungs- und Entwicklungsabteilungen in Unternehmen. Solche Publikationen werden aufgegriffen und vorgestellt, um die Leser über den neusten wissenschaftlichen Stand zu informieren.

Praxisbeispiele

Der Autor des Schweizer Crowdsourcing Blogs führt im Rahmen seiner Tätigkeit als Gründer einer kleinen Unternehmung, die sich auf die Entwicklung von mobilen Applikationen (mobile Apps für iOS und Android Geräte) spezialisierte, häufig Crowdsourcing-Projekte durch. Konkret gehört zu dieser Aufgabe die Suche, Einstellung und Führung von Softwareentwickler, Grapik Designern und Contenterstellern. Der Auftraggeber fungiert als Projektmanager. Um diesem die Aufgabe zu erleichtern, bieten viele Crowdsourcing Services Hilfestellung in Form von standardisierten Abläufen an. Es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichen Serviceplattformen, die sich z.T. erheblich voneinander unterscheiden. Viele dieser Plattformen werden auf dem Schweizer Crowdsourcing Blog vorgestellt und für die Leser getestet bzw. ausgewertet. Bei diesen Tests wird hauptsächlich auf die Benutzerfreundlichkeit, die Preisgestaltung, die Hilfsbereitschaft des Supports und den Standardisierungsgrad geachtet.

Beispiele von Serviceseiten, die dem Auftraggeber einiges an Arbeit abnehmen, sind 99designs.com für Designaufgaben, Content.de für Schreibaufgaben sowie gengo.com für Übersetzungen. Diese Art von  Crowdsourcing Plattformen werden, ihres hohen Standardisierungsgrades wegen, auch Full-Service-Services (FSS) genannt.

Im Gegensatz zu den FSS stehen die Communication-Intensive-Services (CIS), auf denen der Auftraggeber eine enorme Anzahl von Aufgaben fremdvergeben kann. Wie der Name andeutet, sind diese jedoch mit einem höheren Koordinations- bzw. Kommunikationsaufwand verbunden ist. Als Beispiele können Elance.comoDesk.com oder die deutsche Plattform twago.de genannt werden.

FSS und CIS werden hier (bald) detailliert beschrieben.

Meinungen, Gedanken und Ideen

Während der theoretische Bereich „Wissenschaft“ dieses Blogs versucht, so objektiv wie möglich wissenschaftliche Erkenntnisse zu analysieren und wiederzugeben, bei den „Praxisbeispielen“ die Anwendbarkeit im Vordergrund steht, bildet die „Meinung, Gedanken und Ideen“-Kategorie eine Plattform, auf der ich meine subjektiven Ansichten zum Ausdruck bringt. In diesem klar definierten Bereich werde ich mich zur zukünftigen Entwicklung von Crowdsourcing, wünschenswerte Funktionen auf Serviceseiten, etc. aufzeigen. Ebenfalls werde ich über die „Schattenseiten“ von Crowd- bzw. Outsourcing bloggen und sowohl die Sichtweise des Auftraggebers als auch diejenige des Freelancers beleuchten.
Es gibt Branchen, welche in den letzten Jahren stark vom aufkommenden Crowdsourcing betroffen waren. Hier werde ich traditionelle Unternehmen und junge Start-ups gegenüberstellen und deren Konflikte und Spannungsfelder beleuchten.

Let’s go

„No matter who you are, most of the smartest people work for someone else” (Bill Joy, Mitgründer Sun Microsystems)

Dieses Zitat war die Grundlage meiner Bachelorarbeit zum Thema Crowdsourcing von (Micro)Tasks. Nun möchte ich mit dem Schweizer Crowdsourcing Blog interessierte Personen in das Thema einführen und mich gleichzeitig selbst weiterbilden. Wie Bill Joy sagt: „Es werden niemals alle klügsten Personen für  uns arbeiten“. Mit Hilfe von Crowdsourcing lassen sich jedoch Millionen intelligente und motivierte Auftragnehmer per Mausklick einstellen.
Beginnen wir die Suche nach diesen Personen…

 

Autor: Jérôme Schwarzkopf, St. Gallen

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